Kostenoptimierung: ETF Kosten & weitere Kosten (ETF-Crash-Kurs Teil 2)

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Willkommen im 2. Teil dieser Artikel-Serie zum Thema ETF-Kosten & Kostenoptimierung. Heute betrachten wir im Detail, auf welche ETF-Kosten und weitere Kosten du bei der Auswahl und beim Kauf deiner ETFs achten solltest. Denn durch geringe ETF-Kosten beim Einkauf als auch Verkauf deiner ETF-Anteile oder Aktien, kannst über die Jahre hinweg einige Tausend Euro einsparen.

Frei nach dem Motto „Im Einkauf liegt der Gewinn“ solltet ihr natürlich auch auf eure ETF-Kosten, Kauf- und Depotkosten achten, wenn ihr ETFs oder auch Aktien kauft. Auf was du alles achten solltest siehst du gleich in den folgenden Kapiteln! Los geht’s.

1. TER (Total Expense Ratio)

Der wohl wichtigste Grundsatz für dich als Privatanleger ist, für möglichst geringe Transaktions- als auch Produktkosten bei der Vermögensanlage zu sorgen. Gerade durch die Bewegung der ETFs und die Neobroker ist das Anlegen in Aktien so günstig geworden wie nie zuvor. Du kannst heute bei vielen Broker für 0€ ETFs kaufen.

Hierbei solltest du bei der Auswahl der ETF auf die sogenannte Total Expense Ratio (TER) achten. Die TER enthält grob gesagt die laufenden Kosten des ETF-Anbieters, die er wiederum an dich als Anleger weitergibt (Verwaltungskosten, Kosten für Verkäufe und Nachkäufe, Swap-Gebühren etc.). Die TER verarbeitet dein ETF-Anbieter vereinfacht gesagt im ETF-Kurs – je höher die TER, desto höher die Abzüge im ETF-Kurs und desto schlechter die Kursentwicklung (wenn der Fondsanbieter nicht mit Einnahmequellen dagegensteuert).

Die TER sollte also immer möglichst gering sein, um geringe Kosten zu haben. Aus meiner Sicht solltest du ETFs mit maximal 0,25% TER wählen, denn damit sicherst du dir ein langfristig sehr günstiges Anlageprodukt mit niedrigen Kosten. Gerade bei aktiven Fonds steigt diese TER stark an, teilweise bis auf das 10-20 fache der Kosten eines ETFs (1,5%-2%). Das finde ich persönlich zu viel – denn das sind Kosten die sich direkt auf deine Rendite auswirken können. Bei durchschnittlichen 8% Rendite pro Jahr entsprechen 1,5% bis 2% TER/Kostenquote bereits 18%-25% deiner Gesamtrendite, die dann als Kosten laufend von der Fondsperformance abgezogen werden! 

Daher: Achte auf eine möglichst geringe TER, idealerweise kleiner als 0,25%. Neben diesen Kosten solltest du noch auf weitere Kosten achten. Die nächste Kennzahl ist dabei gerade für Standard-Indizes noch besser geeignet als die TER.

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2. Trackingdifference / Tracking Error 

Eine noch bessere Kosten-Kennzahl als die TER ist für viele ETFs auf Standard-Indizesz.B. von MSCI oder FTSE die sogenannte Trackingdifference bzw. der Tracking Error. Sie bezeichnet die Differenz in der Performance eines Indizes (ohne jegliche Kosten) abzüglich der Performance deines gewählten ETFs (inkl. Kosten und Erträgen wie z.B. die TER). Sie gibt dir also die Information, wie gut dein ETF-Anbieter den Index nachbildet.

Diese Trackingdifference hast du als ETF-Anleger direkt als „Rendite-Verlust“ im Depot – daher solltest du eine möglichst geringe TD anstreben. Und je nach Kostenstruktur deines gewählten ETFs ergibt sich hier also eine Rendite-Differenz des ETFs zum Index. Als Beispiel für sehr gute, niedrige Trackingdifferences hier einmal die Jahresrenditen des Vanguard FTSE All World (A1JX52) im Vergleich zum dazugehörigen Index:

JAHR INDEX-RENDITE ETF-RENDITE Tracking-Difference (TD)
2018
-9,6
-9,6
0,0%
2019
26,5%
26,6%
-0,1%
2020
16,0%
16,0%
0,0%
DURCHSCHNITT
-0,03%

Teilweise kann die Trackingdifference auch negativ werden (siehe Tabelle, Jahr 2019). Dass kann passieren wenn z.B. der ETF-Anbieter mit Wertpapierleihe oder Steueroptimierung für weitere Erträge sorgt und damit die TER sogar mehr als ausgleicht, oder wenn der Anbieter eine etwas bessere Aktienzusammensetzung/Fonds-Replizierung gewählt hat, als der Index selbst.

Aus meiner Sicht sollte die durchschnittliche TD über mindestens 3 Jahre immer kleiner als 0,2% oder sogar negativ sein und möglichst nicht stark schwanken. Das zeigt, dass der ETF-Anbieter ein sehr günstiges Produkt anbietet, geringe Kostenstrukturen hat und die Kosten gut managed – wovon du als Privatanleger dann sehr stark profitierst. Eine sehr gute Quelle hierfür ist www.trackingdifferences.com.

Denn die Tracking-Difference macht sich bei langen Anlagehorizonten stark bemerkbar, wie die folgende Grafik und Tabelle zeigt  (Annahmen: 2400€ werden einmal pro Jahr angelegt, TD-Unterschied der 2 ETFs liegt trotz demselben Index bei 0,16%, Index-Rendite 7% pro Jahr abzüglich TD). 

TD-KOSTEN ETF Kosten Kostenoptimierung Tracking Differences Tracking Error ETF
Tracking-Differences: Kosten & Performance-Unterschiede bei 2 ETFs auf denselben Index (MSCI ACWI) je nach Haltedauer
ZEITRAUM GÜNSTIGE VARIANTE - SPDR MSCI ACWI (A1JJTC): Tracking-Difference = 0,15% TEURE VARIANTE - iShares MSCI ACWI (A1JMDF): Tracking-Difference = 0,31% Differenz im Vermögen (=Entstandene Kosten)
nach 10 Jahren
41.251 €
40.852 €
- 400 €
nach 20 Jahren
115.198 €
112.892 €
- 2.306 €
nach 30 Jahren
258.636 €
250.506 €
- 8.130 €
nach 40 Jahren
536.870 €
513.380 €
- 23.490 €
nach 50 Jahren
1.076.573 €
1.015.528 €
- 61.045 €

Hier können je nach Anlagehorizont auch schon bei Investitionen von 2400€ pro Jahr (also 12 x 200€) nach 30 Jahren über 8.000€ an Kosten für dich anfallen – nur durch die reine ETF-Auswahl, trotz gleichem Index! Mit längerer Haltezeit vergrößern sich deine Kosten noch weiter (wobei 40-50 Jahre Haltedauer schon sehr lang sind). 

Wenn du noch mehr investieren kannst – z.B. 6.000 € (12 x 500€) oder 12.000€ (12 x 1000€) – vergrößern sich deine Kosten nach 30 Jahren durchaus entsprechend – z.B. auf über 24.000€ oder über 40.000€. Hier lohnt es sich also für dich, einen „guten“ ETF mit geringer Tracking-Difference auszusuchen.

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3. Depotführungskosten

Bei manchen Depotanbietern (wie z.B. bei Flatex oder manchen Volksbanken und Sparkassen) habt ihr jährliche Kosten für die Nutzung des Depots zu bezahlen. Mit dem aufkommen der Neobroker und auch schon davor liegen diese Kosten bei vielen Anbietern wie z.B. Trade Republic *, Scalable Capital *, DKB *, Onvista und viele weiteren bei 0€. Hier würde ich definitiv darauf achten keine Kosten bezahlen zu müssen. Mein Depotrechner gibt hier einen guten schnellen Überblick.

Das Schaubild und die Tabelle zeigen dir wieder die Auswirkungen & Kosten eines teureren Depots (Annahmen: 2400€ werden einmal pro Jahr angelegt, kostenloses Depot vs. teures Depot, Index-Rendite 7% – gleicher ETF & gleiche TD, Depotkosten werden von Vermögen abgezogen – Zinseszins wirkt).

Depot Kosten ETF Kosten Kostenoptimierung Tracking Differences Tracking Error ETF
Depotgebühren/Depotkosten: Kosten je nach Haltedauer
ZEITRAUM GÜNSTIGE VARIANTE - SPDR MSCI ACWI (A1JJTC): Depotkosten=0€ TEURE VARIANTE - SPDR MSCI ACWI (A1JJTC): Depotkosten=22€ Differenz im Vermögen (=Entstandene Kosten)
nach 10 Jahren
41.251 €
40.907 €
- 345 €
nach 20 Jahren
115.198 €
114.227 €
- 971 €
nach 30 Jahren
258.636 €
256.451 €
- 2.185 €
nach 40 Jahren
536.870 €
532.329 €
- 4.541 €
nach 50 Jahren
1.076.573 €
1.067.463 €
- 9.110 €

Auch hier kannst du durch einen günstigen Broker langfristig zwischen 500€ und 4.500€ sparen. Meine Depots habe ich bei der DKB *, Scalable Capital * und Trade Republic *. Dort habe ich keine Depotgebühren und erhalte alle ETFs die ich kaufen will. Denn Achtung bei deiner Depot-Wahl: Auch nicht jeden ETF bekommst du bei jedem Depotanbieter!

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4. Kauf-/ Verkaufs-Kosten

Wenn ihr Aktien oder auch ETFs kauft oder verkauft bezahlt ihr dafür Geld. Einerseits erhebt euer Depotanbieter/Broker Gebühren pro Order oder Sparplanausführung.

Das kann ein Fixbetrag sein z.B. für Einzel-Orders bei der DKB * 10€, bei Onvista 5€, bei Trade Republic * 1€, bei Scalable Capital * 99 cent oder sogar als Flat 2,99€ im Monat. Und für Sparpläne zahlt ihr teilweise gar nichts mehr (z.B. bei Scalable Capital *, ING * oder Trade Republic *) oder eben nur kleinere Beträge wie z.B. 1,50€ bei der DKB *.

Es gibt aber auch Broker die Prozentbeträge eures Ordervolumens verlangen. Das führt bei höheren Ordervolumen natürlich auch zu mehr Kosten. So zahlt ihr z.B. bei 1822Broker, consorsbank oder comdirect 1,5% pro Sparplanausführung, das sind bei 500€ Sparrate 7,50€.

Und für Einzel-Orders zahl ihr oftmals auch fixe Gebühren plus einen variablen Anteil, z.B. bei der Consorsbank, Comdirect, ING, 1822Broker, Sparkassenbroker rund 5€ + 0,25% pro Order. Das sind bei 2000€ Orderhöhe dann auch bereits fast 10€ pro Order.

In Kürze: Je mehr Trades du machst und je mehr Positionen du im Depot hast, desto eher lohnt sich ein kostenloses Depot mit Fixkostenmodell oder sogar Trading-Flatrate. Ich persönlich würde dazu auch noch prozentuale Kostenmodelle meiden als auch zu viele verschiedene Positionen im Depot. Das treibt die Handelskosten hoch und kostet dich direkt Geld und Rendite. Ein Schaubild zu den Kosten seht ihr  im nächsten Kapitel.  Meine Depots habe ich bei der DKB *, Scalable Capital * und Trade Republic *. 

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5. Handelsplatz-Gebühren und Spreads

Hinzu kommen je nach Börse an welcher Ihr handelt auch noch Handelsplatzgebühren pro Order an der jeweiligen Börse. Diese Kosten tragt ihr aufgrund von Sonderverträgen zwischen Brokern und Handelsplätzen oftmals bei Sparplänen nicht. Oft gibt es auch solche Sonderaktionen, bei welchen ihr an bestimmten Handelsplätzen kostenlos traden könnt.

Bei vielen Brokern tragt ihr diese Handelsplatz-Gebühren allerdings selbst (z.B. wenn ihr bei Onvista über die Börse Frankfurt Daimler-Aktien für 2000€ kauft zahlt ihr knapp 3 € Handelsplatzgebühr plus die Kaufgebühren bei Onvista). Bei Sparplänen wählt im Normalfall dein Depotanbieter den Handelsplatz.

Bei Neobrokern wie ScalableCapital oder TradeRepublic kauft ihr an einem einzigen Handelsplatz und habt gar nicht die Möglichkeit, groß Handelsplätze zu wählen. Auch nutzen diese Neobroker noch andere Maßnahmen zur Kostenvermeidung wie z.B. das Payment for Orderflow, sodass Ihr als Anleger geringe bis keine Handelsplatz-Gebühren zahlt. Je nachdem wo ihr euer Depot eröffnet sollte euch klar sein, dass beim Handeln diese Kosten auftreten.

Manche Handelsplätze erheben dagegen keine direkten Gebühren, sondern bieten dir beim Kauf/Verkauf der Aktien einen etwas schlechteren Preis an. Diese Handelsplätze finanzieren sich dann über diesen sogenannten größeren Spread zwischen Kauf- und Verkaufs-Preis der Aktien.

Dieser Spread ist auch nicht zu vernachlässigen wenn du relativ illiquide Aktien bzw. illiquide ETFs handelst. Bei den großen Standard-ETFs ist dieses Problem eher gering, die Kosten sind vernachlässigbar und sowieso durch dich praktisch nicht beeinflussbar. Bei spezielleren Nische-ETFs kann der Spread allerdings durch das geringe Handelsvolumen größer sein.  Ich persönlich setze nur auf bekannte, liquide ETFs, nicht auf spezielle Nischen-/Sektoren-ETFs. So investiere ich extrem günstig.

Schauen wir mal auf die Auswirkungen dieser Kosten. Die hier aufgeführten Kosten in der Tabelle stehen dabei für Kosten bei einem(!) einzigen Trade pro Jahr. (Annahmen: 2400€ werden einmal pro Jahr angelegt,  Sparkassen-Depot+Börse Frankfurt+schlechterer Spread vs. TradeRepublic mit gutem Spread und 1 € Gebühr „All-Inclusive“, Index-Rendite 7% pro Jahr abzüglich TD)

KAUFKOSTEN Depot Kosten ETF Kosten Kostenoptimierung Tracking Differences Tracking Error ETF
Auswirkungen von Kaufkosten je nach Haltedauer (ein einziger Trade pro Jahr!)
ZEITRAUM GÜNSTIGE VARIANTE - SPDR MSCI ACWI (A1JJTC): 1 Kauf pro Jahr & 1€ Ordergebühr, & keine Handelsplatzgebühren & geringer Spread TEURE VARIANTE - SPDR MSCI ACWI (A1JJTC): 1 Kauf pro Jahr & 9,95€ Ordergebühr & Handel über Börse Frankfurt & 20 cent höherer Spread Differenz im Vermögen (=Entstandene Kosten)
nach 10 Jahren
41.251 €
41.024 €
- 212 €
nach 20 Jahren
115.198 €
114.558 €
- 596 €
nach 30 Jahren
258.636 €
257.196 €
- 1.341 €
nach 40 Jahren
536.870 €
533.878 €
- 2.786 €
nach 50 Jahren
1.076.573 €
1.070.571 €
- 5.589 €

Die zahlen wirken hier erst einmal gering. Aber Achtung: Wenn ihr viel handelt bei entsprechend hohen Kosten multiplizieren sich eure Trading-Kosten von knapp 10€ pro Jahr (plus Spread und Handelsplatzgebühr) durchaus auf 50-100€ pro Jahr (plus Spreads und Handelsplatzgebühren)! Dann habt ihr z.B. bei 10 teuren Trades pro Jahr über 30 Jahre einen viel höheren Verlust von über 14.000€ durch reine Handelsgebühren und Kaufkosten

Achte hier einfach auf die Wahl eines möglichst günstigen Depotanbieters (je nach Sparplan oder Einzelorders), möglichst wenig Trades und die Wahl von eher großen, bekannten ETFs als auch gute Handelszeiten, um die Kauf-Kosten und Spreads möglichst niedrig zu halten.

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6. Ertragsverwendung & Steuer-Freibetrag: Ausschüttend oder Thesaurierend?

Je nach Wahl deines ETFs kannst du auf ausschüttende oder thesaurierende ETFs setzen. Beim Ausschütter erhältst du regelmäßig Dividenden, beim Thesaurierer werden deine Dividenden automatisch reinvestiert. Die detaillierten Unterschiede (z.B. in der für dich merkbaren Rendite) habe ich am Beispiel des Vanguard FTSE All World ETF in diesem Artikel hier beschrieben. Für dich dabei wichtig: In Deutschland erhältst du für Gewinne aus Kapitalanlagen einen gewissen steuerfreien Spielraum mit dem Steuer-Freibetrag. Diesen kannst du durch die Wahl von Ausschüttern nutzen – je nach deinen Anlage-Bedingungen kannst du hier durch geschickte ETF-Wahl einige Tausend Euros herausholen!

Aktuell beträgt die Freigrenze dieser Gewinne 801€, die Ampel-Koalition möchte diesen Betrag voraussichtlich auf 1000€ anheben. Spätestens wenn du den Freibetrag mit Dividenden und anderen Gewinnen (z.B. aus Bausparzinsen o.ä.) erreicht hast solltest du allerdings über einen Wechsel zu Thesaurierern nachdenken. Vor allem wenn du dazu tendierst, deine Dividenden zu verkonsumieren anstatt diese wieder anzulegen!

Mein eigenes Vorgehen habe ich für euch in diesem Beitrag beschrieben. Unter meinen Tools findest du außerdem einen Rechner, um den für dich individuell passenden Wechselzeitpunkt vom Ausschütter auf den Thesaurierer abzuschätzen. Dieser Zeitpunkt hängt sehr stark von deinem Anlagezeitpunkt, deiner Sparquote und vielen weiteren externen/unsicheren Faktoren ab. Trotzdem solltest du diese Entscheidung bewusst treffen, da du bei langen Zeithorizonten und höheren Anlagesummen durchaus Tausende Euros durch Dividenden verkonsumieren oder zu späten Wechsel auf einen Thesaurierer „in den Sand setzst“.

Hier habe ich dir mit meinem Rechner die Kosten unseres fiktiven Beispiels berechnet (2400€ werden einmal pro Jahr angelegt, Index-Rendite 7% pro Jahr).

 

Steuer Freibetrag Ausschütter Thesaurierer Vergleich ETF Kosten bester ETF Kosten Aktien Depot
Optimale Ausnutzung des Steuerfreibetrags und optimale Wahl von ausschüttenden bzw. thesaurierenden ETFs je nach Anlagedauer (gilt nur für gesetzte Parameter des Beispiels, nicht allgemeingültig!)
 
ZEITRAUM Kosten durch suboptimale Freibetrags-Ausnutzung im Vergleich zur optimalen Nutzung
nach 10 Jahren
- 574 €
nach 20 Jahren
- 2.528 €
nach 30 Jahren
- 4.033 €
nach 40 Jahren
- 6.538 €
nach 50 Jahren
- 28.131 €

Wie du siehst kommen auch hier über 30 Jahre Anlagedauer knapp 4.000€ an Kosten zusammen, die du trägst, wenn du die schlechteste ETF-Wahl triffst. Das heißt du hast hier dann den Steuer-Freibetrag nicht optimal ausgenutzt. Wenn du mehr als 2400€ pro Jahr anlegst erhöhen sich diese Kosten natürlich. Bei 10.000€ pro Jahr wären es z.B. knapp über 15.000€ nach 30 Jahren Haltedauer, die du durch eine suboptimale Ausnutzung an Kosten/Steuern trägst, bei den angenommenen Faktoren. 

Allgemeine Aussagen sind hier nicht so leicht zu treffen, da viele Faktoren mit in die Berechnung hereinspielen. Ganz grob: Wenn du einen Anlagehorizont von über 15 Jahren hast oder eine recht hohe Sparrate, ist es vermutlich am günstigsten, ab der Ausnutzung des Freibetrags durch Dividenden von einem Ausschütter auf einen Thesaurierer zu wechseln. Teste gerne meinen kostenlosen Excel-Rechner, um deine persönlichen Faktoren zu berücksichtigen.

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7. Fazit: Alle Kosten kombiniert

Kommen wir nun zur Schlussbetrachtung aller ETF-Kosten im Verbund. Dazu habe ich in der folgenden Grafik alle genannten ETF-Kosten gleichzeitig kombiniert:

KAUFKOSTEN Depot Kosten ETF Kosten Kostenoptimierung Tracking Differences Tracking Error ETF
Auswirkungen aller ETF-Kosten auf die Vermögensentwicklung
ZEITRAUM DEPOTWERT GÜNSTIGE VARIANTE: SPDR MSCI ACWI (A1JJTC, TD: 0,15%) + GÜNSTIGSTES DEPOT UND GERINGE KAUFKOSTEN DEPOTWERT TEURE VARIANTE: iShares MSCI ACWI (A1JMDF, TD: 0,31%) + TEURES DEPOT & HOHE KOSTEN Kosten/Zusatzsteuern durch suboptimale Freibetrags-ausnutzung DIFFERENZ IM VERMÖGEN
nach 10 Jahren
41.251 €
40.284 €
- 574 €
- 1.526 € (-4%)
nach 20 Jahren
115.198 €
111.311 €
- 2.528 €
- 6.370 € (-6%)
nach 30 Jahren
258.636 €
246.989 €
- 4.033 €
- 15.581 € (-6%)
nach 40 Jahren
536.870 €
506.165 €
- 6.538 €
- 37.037 € (-7%)
nach 50 Jahren
1.076.573 €
1.001.248 €
- 28.131 €
- 103.042 € (-10%)

Mit dem angenommenen Daten mit einer Anlagesumme von 2400€ pro Jahr durch einen einmaligen Kauf pro Jahr entstehen dir je nach Anlagedauer Kosten zwischen 1500€ (10 Jahre) und über 100.000€ (50 Jahre). Durch die Kosten hast du im gewählten Beispiel einen Vermögensverlust zwischen 4 bis 10%, je nach Anlagedauer. 

Mit höheren Anlagesummen steigt natürlich der Betrag noch weiter an – legst du 10.000€ pro Jahr an steigen die Kosten durchaus auf über 60.000€ in 30 Jahren! Und auch bei häufigen, teuren Trades steigen die Kosten stark an. Aber das gute ist ja, du kannst diese Kosten wie oben beschrieben gezielt reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Und zwar indem du:

  • Einen ETF mit geringer TER bzw. noch besser mit geringer TD & TD-Schwankung wählst
  • Ein kostenloses Depot wählst
  • Einen Depotanbieter mit sehr geringen Kaufkosten und sehr geringen Handelsplatzgebühren wählst (für Sparpläne und/oder Einzelorders)
  • Möglichst liquide ETFs und Assets auswählst und zu guten Handelszeiten einkaufst
  • Deinen Steuer-Freibetrag durch eine geschickte Wahl von Thesaurierern oder Ausschüttern gut ausnutzst

Ich hoffe diese Betrachtungen der ETF-Kosten haben dir einen guten Überblick gegeben und helfen dir beim Optimieren der Kosten in deinem Depot. Du siehst, es kann sich durchaus lohnen, hier auf eine langfristig sehr günstige Kostenstruktur zu konzentrieren.

Im Letzten Teil dieser Serie schauen wir noch auf weitere Details und Informationen zum Thema ETF, die für dich als Anleger interessant sind!

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